Ich erinnere mich an die Zeiten, in denen ich mich am wenigsten wertgeschätzt fühlte. An die Momente, in denen ich mich selbst nicht lieben konnte, weil ich nicht wusste, wie sich Liebe anfühlen sollte, wenn sie aus mir selbst kommt. In diesen Zeiten klammerte ich mich an Menschen. Ich machte sie zu meinem Fixpunkt, zu meinem Nordstern, zu der einzigen Quelle, die mir das Gefühl geben konnte, wichtig zu sein. Doch je mehr ich mich an sie klammerte, desto weiter entfernten sie sich. Und je weiter sie sich entfernten, desto eifersüchtiger wurde ich.
Ich begann, ihre Worte zu analysieren, ihre Blicke zu deuten, ihre Reaktionen zu messen, als wäre unsere Verbindung ein Rätsel, das ich lösen musste. Ich überhörte meine eigenen Bedürfnisse, ignorierte meine Freunde, vergaß, dass ich selbst existierte. Alles, was zählte, war, ob diese eine Person mich sah, mich fühlte, mich wählte. Ich sah mich nicht mehr als Ganzes, sondern nur noch als Fragment einer Beziehung, die nie ganz mir gehörte.
Eifersucht ist kein Zeichen von Liebe. Sie ist das schmerzhafte Echo einer Obsession. Ein verzweifelter Versuch, Kontrolle über etwas zu gewinnen, das niemals wirklich zu besitzen war. Ich wollte nicht teilen, weil ich das Gefühl hatte, nicht genug zu bekommen. Doch wieso sollte man eifersüchtig sein, wenn man genug gesunde Liebe erhält?
Ich begann zu verstehen, dass mein Problem nie die andere Person war. Mein Problem war mein eigenes Ungleichgewicht. Ich gab meine gesamte Liebe an einen Menschen ab, anstatt sie gleichmäßig zu verteilen – an mich, an meine wertgeschätzten Menschen, an das Leben selbst. Ich lebte in einer Illusion, dass Liebe nur dann echt sei, wenn sie sich auf eine einzige Quelle konzentrierte. Doch Liebe, die sich nicht bewegt, stirbt.
Und so ließ ich los.
Ich hörte auf, zu kontrollieren. Ich hörte auf, zu analysieren. Ich hörte auf, meine Existenz davon abhängig zu machen, ob jemand anderes mich als Mittelpunkt seines Universums sieht. Ich begann, mich selbst als Sonne zu sehen – strahlend, leuchtend, voller Wärme, mit genug Licht für alles und jeden, ohne mich selbst zu verlieren.
Und die Eifersucht? Sie verschwand. Sie hatte keinen Raum mehr in mir, weil ich es mit etwas Wichtigerem füllte: mit mir selbst.





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