Es ist Wochenende, du weißt was das bedeutet. Du verschwendest keine Stunde damit, etwas zu verpassen oder nicht zu erleben. Für was gebe ich sonst 40 Stunden meiner Woche auf, in denen ich wie eine Maschine meinen Kopf und meine Kreativität auf den Schreibtisch lege und einen neuen, komplett verfremdeten Kopf hin schraube, der einfach wie eine stabile Säule für den Kapitalismus funktioniert.
Und doch, trotz all der Bemühungen, trotz des ständigen Hin- und Herrennens zwischen Verpflichtungen und dem verzweifelten Versuch, jede Sekunde des Wochenendes auszukosten, bleibt da diese nagende Unzufriedenheit. Diese Stimme in meinem Kopf, die mich ständig fragt: „Ist das alles? Ist das wirklich alles, was das Leben zu bieten hat?“
Die Fear of Missing Out, oder FOMO, wie sie gerne genannt wird, hat sich wie ein ungebetener Gast in mein Leben geschlichen. Sie ist die ständige Erinnerung daran, dass irgendwo da draußen, immer etwas Besseres, Aufregenderes, Erfüllenderes passiert. Dass das Gras auf der anderen Seite immer grüner ist. Und je mehr ich dieser Idee nachjage, desto mehr entfernt sich die Erfüllung von mir.
Aber warum ist das so? Warum habe ich diese Angst, etwas zu verpassen? Vielleicht, weil ich vor der unangenehmen Wahrheit davonlaufe, mich mit mir selbst auseinanderzusetzen. Es ist einfacher, sich in der Hektik des Alltags und der vermeintlichen Notwendigkeit, immer dabei zu sein, zu verlieren, als sich den tieferen Fragen zu stellen: Was ist meine Passion? Wann und wo finde ich sie?

Diese Fragen sind beängstigend. Sie erfordern Ehrlichkeit und Reflexion, und das kann schmerzhaft sein. Es bedeutet, sich den eigenen Unsicherheiten und Ängsten zu stellen. Es bedeutet, anzuerkennen, dass vielleicht nicht alles im Leben so ist, wie man es sich gewünscht hat. Dass die Entscheidungen, die man getroffen hat, vielleicht nicht immer die besten waren. Und dass die Suche nach der eigenen Passion eine Reise ist, die Geduld und Mut erfordert.
Ich frage mich oft, wann ich diesen Moment der Klarheit haben werde. Wann ich aufwachen und wissen werde, dass ich meine wahre Leidenschaft gefunden habe. Dass ich nicht länger wie eine Maschine arbeite, sondern etwas tue, das mein Herz und meine Seele erfüllt. Wo finde ich diesen Moment? In einem neuen Job? In einer neuen Stadt? In einer neuen Beziehung? Oder liegt er vielleicht tief in mir, verborgen unter all den Schichten von Selbstzweifeln und gesellschaftlichen Erwartungen?
Die Angst, etwas zu verpassen, ist letztlich die Angst, sich selbst zu verpassen. Sie ist die Angst, dass das Leben an einem vorbeizieht, während man damit beschäftigt ist, den falschen Dingen nachzujagen. Sie ist das ständige Gefühl, dass man nicht genug ist, dass man nicht genug tut, dass man nicht genug erlebt. Und in diesem Strudel der Unzufriedenheit verliert man sich selbst.
Doch was wäre, wenn ich einen Schritt zurücktrete und mich wirklich frage, was mich glücklich macht? Nicht, was die Gesellschaft von mir erwartet oder was auf Instagram als das perfekte Leben dargestellt wird. Sondern, was mich tief im Inneren erfüllt. Vielleicht bedeutet das, weniger Zeit damit zu verbringen, anderen nachzueifern und mehr Zeit damit, mich selbst kennenzulernen.

Es ist ein langsamer Prozess, aber ich beginne zu verstehen, dass die Antworten auf meine Fragen nicht in der äußeren Welt liegen, sondern in mir. Dass ich aufhören muss, vor mir selbst davonzulaufen und stattdessen den Mut aufbringen muss, mich meinen eigenen Unsicherheiten zu stellen. Dass die wahre Erfüllung nicht darin liegt, immer mehr zu tun, sondern darin, die Dinge zu tun, die wirklich wichtig sind.
Vielleicht finde ich meine Passion nicht sofort. Vielleicht ist es ein lebenslanger Prozess des Entdeckens und Verstehens. Aber ich bin bereit, diesen Weg zu gehen. Ich bin bereit, die Fear of Missing Out hinter mir zu lassen und mich auf die Reise zu mir selbst zu begeben. Denn am Ende des Tages möchte ich nicht das Gefühl haben, dass ich etwas verpasst habe. Ich möchte das Gefühl haben, dass ich wirklich gelebt habe.





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